"Zeiten des Aufatmens kommen..." - Kapelle als kontemplativer Klangraum - Ökumenischer Weg an Pfingstmontag 2020

29.05.2020

"Zeiten des Aufatmens kommen..." - Kapelle als kontemplativer Klangraum

 

Pfingstmontag, 1.Juni 2020, 15 - 18 Uhr:

Kapelle der Versöhnung im Rahmen des Ökumenischen Weges für Besucher geöffnet  / Gespräche und Führung im Garten NiemandsLand

 

Am Nachmittag des Pfingstmontag (1. Juni, 15-18 Uhr) wird mit der Musik einer indischen Shrutibox und durch gregorianische Kompositionen der Hildegard von Bingen die Kapelle der Versöhnung zu einem kontemplativen Klangraum.

 

Die aus Brasilien stammende Musikern Normisa Pereira da Silva verwendet das historische, wie ein Klein-Harmonium gebaute Shruti-Instrument seit Jahren zur Aufführung ihrer meditativen Musik. Sie wird ebenso auf drei Flöten musizieren, für ihre Interpretationen mittelalterlicher gregorianischer Musik der Hildegard von Bingen (1098 - 1179).

 

Für die Besuchenden sind am Pfingstmontag-Nachmittag nicht nur die Kapelle und ihr Wandelgang geöffnet. Auch der sich unmittelbar anschließende Garten "NiemandsLand"  ist geöffnet für Gespräche und Führungen.

 

Kapelle, Garten und der benachbarte Friedhof haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Ensemble miteinander verbundener spiritueller Orte entwickelt. Der kirchliche Gemeinschaftsgarten entstand auf dem alten Todesstreifen der Berliner Mauer. Er verbindet heute mitgärtnernde Menschen und vielfältige Kulturen aus den Nachbarschaften beiderseits der ehemaligen Ost-West-Grenze.

 

Die kontemplative Musik wie auch das Erleben der blühenden Garten-Natur sind ein Angebot der Versöhnungsgemeinde im Rahmen der Stadtteil-Ökumene.

Da wegen der Corona-Pandemie der traditionelle Ökumenische Pfingstmontags-Gottesdienst nicht stattfinden kann, gibt es an den einzelnen Kirchen-Standorten verschiedene Angebote (vgl. die Übersicht im Plakat).

 

Die für 18 Uhr vorgesehene an allen Standorten gleiche Liturgie ist ein Zeichen der Verbundenheit und schließt den "Ökumenischen Pfingstmontag" mit einem Abendgebet ab.

Herzlich willkommen!

 

Zum Hintergrund:

 

Hildegard von Bingen

 

Von der bedeutenden Theologin, Universal-Gelehrten und Mystikerin ist ein reiches Musikschaffen überliefert. So sind etwa unter dem Namen Symphonia armonie celestium revelationum („Symphonie der Harmonie") in einer Sammlung von geistlichen Liedern der Hildegard von Bingen 77 liturgische Gesänge erhalten. Hildegards Musik nimmt eine Sonderstellung in der Gregorianik ein; sie zeichnet sich durch weiträumige Tonumfänge und große Intervalle wie Quart- und Quintsprünge aus.

 

Hildegard von Bingen
 

Shruti-Box: Dauerton-Harmonium

 

Als "Shruti" werden die 22 Mikrotöne bezeichnet (shrutis), mit denen in der indischen Musik die Oktave eingeteilt wird. Eine akustische shrutibox entspricht in der Bauart einem indischen Harmoniums ohne Tasten. An der Vorderseite gibt es Einzelklappen für acht Pfeifen. Der Tonumfang beträgt eine Oktave.
Beim Spiel wird mit der Hand Luft durch den Kasten gepumpt. Der gewünschte Ton, dessen Klappe geöffnet wird, erklingt als Dauerton. Die shrutibox ist ein Bordun-Instrument zur Gesangsbegleitung.

 

Shruti

 

 

 

Foto: Ökumenischer Weg an Pfingstmontag 2020