Ausstellung. Gesichter. Stimmen

Zwei Jahrzehnte Kapelle der Versöhnung am Erinnerungsort Bernauer Straße. Gesichter. Stimmen.

Gottesdienst zum Ausstellungsbeginn am Sonntag Jubilate,

25. April 2021, 10.00 Uhr

Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße 4, 10115 Berlin,

Predigt Superintendent Martin Kirchner

 

Zur Ausstellung im Wandelgang der Kapelle der Versöhnung

Die Corona-Pandemie hat uns einen mächtigen Strich durch die Rechnung gemacht: Ein für das vergangene Jahr geplantes Symposium anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Kapelle der Versöhnung konnte nicht stattfinden. Es ist nicht abzusehen, wann es wieder möglich sein wird, dieses Jubiläum angemessen zu begehen. Unter dem Titel „20 Jahre Kapelle der Versöhnung. Architektur und Spiritualität. Zwischen Geschichte und Gedächtnis“ hatten sich Experten aus weltlichen und kirchlichen Zusammenhängen und aus den Bereichen der Erinnerungskultur bereit dazu erklärt, ihre Gedanken mit der Öffentlichkeit zu teilen. Wir hoffen sehr, dass sie auch zu einem späteren Zeitpunkt unserer Einladung folgen und zu uns sprechen werden.

Die vielen Menschen jedoch, die die Kapelle zu einem Ort der Begegnung und der Versöhnung machen, die täglich die Türen öffnen und den Besuchern – in den Jahren ohne Corona-Pandemie sind es bis zu 2500 täglich! -  begegnen, sollen demnächst im Rahmen einer Ausstellung gewürdigt werden. Leider ist es unmöglich, alle Menschen abzubilden, die dem Ort sein wunder-volles Antlitz verleihen und durch ihre Gesichter und Stimmen zu dem machen, was er ist. Die wenigen Abgebildeten werden für die vielen anderen stehen. Ihre Gesichter und Statements mögen Auskunft geben, einladen dabei zu sein und Zeugnis sein für ein lebendiges Miteinander und gelebte Versöhnung.

Der Pastor und Fotograf Thomas Hirsch-Hüffel und die Journalistin Bärbel Schmidt-Šakić sind im Laufe des vergangenen Jahres eingetaucht in unsere gemeindlichen Zusammenhänge und durften einige dieser Menschen an der Kapelle begleiten. Sie haben einzigartige Portraits geschaffen und die Gesichter und Stimmen der Menschen so abgebildet, dass es möglich scheint, sich selbst als Betrachter dieser Ausstellung im Wandelgang der Kapelle - in betrachtender Befragung der Ausstellungstafeln - zu begegnen: Was trieb die Abgebildeten an diesen Ort? – Was suche ICH hier? / Was tun diese hier? – Würde ICH bleiben und teilhaben wollen, mitwirken und dabei sein können?

Esther Schabow


 

 

Zwei Jahrzehnte Kapelle der Versöhnung am Erinnerungsort Bernauer Straße. Gesichter. Stimmen.

Ausstellung im Wandelgang (ab 25.04.2021)

Di-Fr 11-13 Uhr / So 10-14 Uhr

Und nach Vereinbarung.

 

Dankbar blicken wir auf die vergangenen zwei Jahrzehnte. In dieser Zeit ist die Kapelle der Versöhnung am Erinnerungsort Bernauer Straße zum spirituellen Zentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer geworden. Täglich erfahren Menschen an diesem Ort: Hier lebt Kirche!

Die Kapelle ist gegründet in Gedenken und Erinnerung. Aus persönlicher Begegnung kann Sensibilisierung erwachsen für historische und gesellschaftliche Zusammenhänge von Mauern und Ausgrenzung - in Vergangenheit und Gegenwart – hier und an anderen verwundeten Orten dieser Welt. Dafür bedarf es geöffneter Türen und Offenheit – in vielerlei Hinsicht. Das verstehen wir in der Versöhnungsgemeinde als unseren Auftrag.

Zahlreiche Menschen bringen sich dabei ein: Mit ihrer Hingabe an den Ort und das Umfeld der Kapelle. Und durch ihr Willkommen denen gegenüber, die sie besuchen. Dass hier lebendige Begegnung geschehen und Versöhnung gelebt werden kann, ist ein Werk von vielen. Es ist unmöglich, alle abzubilden, die dem Ort sein wunder-volles Antlitz verleihen und zu dem machen, was er ist.

Den Portraitierten danken wir sehr für ihre Verbundenheit in den vergangenen Jahren. Dies gilt einmal mehr für ihre Bereitschaft, sich auf diese Weise zu zeigen und zu berichten. Ihre Gesichter und Stimmen stehen auch für die vielen anderen, die sich auf ihre je persönliche Art einbringen und dazu beitragen, diesen Ort lebendig und erfahrbar zu machen.

Unsere Ausstellung erzählt von Menschen in der Gemeinde und ihren Projekten. Deutlich wird dabei erneut die große Herausforderung des an die Gemeinde verliehenen Namens: Versöhnung ist eine nie endende Aufgabe. Wenn Menschen Versöhnung erfahren, wenn auch nur zeitweise in nicht fest zu haltenden glücklichen Momenten der Zeitgeschichte, ist sie mit einer Ahnung verbunden. Sie fließt aus einer Kraftquelle, die über menschliches Verantworten und Begreifen hinaus geht. Mit Bedacht war es damals, vor 125 Jahren zur Einweihung der Kirche, der Gemeinde als Widmung in die Altarbibel geschrieben worden: „Gott hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung“ (2. Korinther 5, 19)

Gesichter und Stimmen, geöffnete Türen und dieser Moment laden ein, dabei zu sein: Teil eines lebendigen Miteinanders zu werden und Versöhnung zu leben.

Herzlich willkommen!

Evangelische Kirchengemeinde Versöhnung

 

Interviews: Bärbel Schmidt-Šaki´c

Fotos: Thomas Hirsch-Hüffell - unglaeubigesstaunen.wordpress.com

Gestaltung: Martin Hoffmann - www.grafiker-hoffmann.de

Redaktion: Esther Schabow

Die Ausstellung wurde ermöglicht mit Unterstützung der EKBO - Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Lehmwand

 

 

Die Kapelle ist geöffnet. Für Stille und Andacht.

 

Herzlich willkommen!

 

Di-Fr

11 bis 13 Uhr Offene Kirche

12 Uhr Glocken, Andacht und Gedenken

 

Nicht an Feiertagen.

 

Nach der üblichen Winterpause finden seit dem 2. März 2021 wieder wöchentlich - dienstags bis freitags, 12.00 Uhr - in der Kapelle der Versöhnung die Mittagsandachten im Gedenken an die Todesopfer an der Berlin Mauer statt.

 

Im Zusammenhang mit Todestagen, Geburtstagen oder anderen Gedenkdaten erinnern ehrenamtliche Lektoren täglich der Biographie eines der 140 Opfer an der Berliner Mauer.

 

Das Gebet und die Fürbitte schließt jene Menschen mit ein, die ihr Leben, ihre Familienangehörigen und Freunde in den neueren und neuesten Fluchtbewegungen verloren haben.