Geschichte 5. Teil

1945

Januar 1945, die Hussitenstrasse in Trümmern, an ihrem Ende die beschädigte Versöhnungskirche.

Von der Versöhnungskirche zur Kapelle der Versöhnung

glocken

1995 die Glocken sind zurückgekehrt.

Berlin liegt 1945 in Schutt und Asche. Das Nachkriegs-Deutschland trägt an einem schweren Erbe. In Berlin schaffen die "Trümmerfrauen" den Wiederaufbau. Auch die beschädigte Versöhnungskirche wird wieder hergerichtet. Doch dann wird die Stadt geteilt. Die Grenze geht mitten durch die Versöhnungsgemeinde. Versöhnung als ein Zusammenhalt über Systemgrenzen hinweg blieb der Auftrag der Gemeinde in der Bernauer Straße.

1989 fällt die Mauer in Berlin. Europa wächst zusammen, Ost und West. Was heißt Versöhnung heute? Nach und nach wurden dann Reste der alten Kirche entdeckt: eine Kirchenbank, der Altar, die Glocken, die Christusstatue, das abgestürzte Turmkreuz. Zuletzt wurden die Fundamente der alten Kirche freigelegt. Nachdem das Mauergrundstück der Gemeinde zur Sakralnutzung rückübereignet war, entstand die Frage nach Form und Inhalt einer solchen Nutzung für eine Zeit nach der Jahrtausendwende. Die Gemeinde wurde sich der Bedeutung dieses Ortes in vielen Gesprächen mit alten Berlinern und jungen ausländischen Gästen der Stadt bewußt. An der Bernauer Straße. Auf dem ehemaligen Todesstreifen. Auf dem Fundament der gesprengten Versöhnungskirche. An der "Gedenkstätte Berliner Mauer".

Sie formulierte daraus eine einfache Aufgabe: Die geretteten Glocken und der Altar der alten Kirche sollen an ihrem ursprünglichen Ort wieder in Gebrauch genommen werden. Wo anders - als an dieser Stelle - könnte eine "Kapelle der Versöhnung" gestiftet werden, zum Dank für die Überwindung der Teilung Berlins, der deutschen und europäischen Spaltung als ein internationales Zeichen.   

Bild 3

Pfingsten 1999, Wiederaufstellung der geretteten Glocken.

grundstein

23. Mai 1999, Grundsteinlegung für die Kapelle der Versöhnung.