Geschichte 4. Teil

Von der Versöhnungskirche zur Kapelle der Versöhnung

 

Kirche

70er Jahre Kirche hinter der Mauer.

Doch der Akt, der das Bild aus dem Be-wußtsein löschen sollte, hat dafür ein neues Bild im Bewußtsein der Weltöffentlichkeit eingeprägt. Die Sprengung der Kirche offenbarte den Charakter des Systems noch deutlicher als die Abschnürung des Gebäudes durch Mauer und Stacheldraht. Statt des kurzen Prozesses, des Endes mit Schrecken, aber anschließender Ruhe, kommt der Film vom Fall wieder und wieder zur "Aufführung" - bis heute. Auch das Beseitigen von Spuren hinterläßt selbst wieder eine Spur, die manchmal noch deutlicher die Erinnerung prägt.

 

Doch das Bild der fallenden Kirche soll nicht das letzte Bild der Versöhnungsgemeinde bleiben. Nach dem Fall der Mauer begann die Gemeinde sogleich, sich ihres Herkommens zu vergewissern. Das Archiv der auf den Westteil reduzierten Gemeinde war bei der Kirche im Ostteil geblieben und über die Jahre verstreut eingelagert worden. Damit war die Erinnerung an die Jahre vor dem Mauerbau behindert. Die Rückführung und Sichtung zeigte eine Gemeinde, die das Schicksal Deutschlands widerspiegelt:

 

Die Geburtsstunde der Evangelischen Versöhnungsgemeinde 1894.

Berlin ist das größte Industriezentrum Europas. Das wilhelminische Deutschland zeigt sich hier in Glanz und Gloria. Tausende strömen in die junge Reichshauptstadt. Sie suchen Arbeit, brauchen eine Heimat. Die soziale Not ist groß. Versöhnung in den sozialen Spannungen war der Auftrag der neu gegründeten Gemeinde. Die beiden Weltkriege haben schwere Folgen, auch für die Kirchengemeinde.   

Bild 2

22. Januar 1985, Sprengung des Kirchenschiffs.

einweihung

28. August 1894, Kaiserin Auguste Victo-ria, bei der Einweihung der Versöhnungs-kirche