Geschichte 2. Teil

Von der Versöhnungskirche zur Kapelle der Versöhnung

 

Juni 1990

13. Juni 1990, der offizille Mauerabriss beginnt an der Bernauer / Ackerstrasse.

Wenige Jahre später am 9. November 1989 fällt die Mauer in Berlin, fielen die Grenzzäune in Osteuropa, wenig später werden Ost- und West Deutschland  wieder vereinigt - Europa wächst zusammen.

 

Am 13. Juni 1990 begann mit dem Entfernen eines Mauerelementes in genau diesem Grenzabschnitt  der offizielle Abriß der Berliner Mauer.

Die Evangelische Versöhnungsgemeinde mußte Nach der friedlichen Revolution von 1989 ihre Position neu zu bestimmen.

 

Zunächst waren praktische Fragen zu klären. Erinnert sei an das Engagement der Bürgerinitiative Bernauer Straße. Bald war der Gemeinde bewußt, daß sie auch eine große Verantwortung für die historischen Fragen hat. Auch die Frage nach dem Profil von 'Kirche in der Stadt' mußte in der Bernauer Straße neu beantwortet werden.

Die Rückkehr der alten Glocken der Versöhnungskirche und des Altars, die Ausgrabung von Fundamentresten haben diesen Prozeß geprägt.

 

Der vielfach in diesen Zeiten benutzte Begriff des Symbols sollte hier geklärt werden. Es gibt eine klare theologische Bedeutung des Wortes Symbol: Glaubensbekenntnis.

 

Jedes Kirchengebäude ist in diesem Sinn symbolisch, denn die Aufstellungsweise von Kanzel und Altar, Taufstein und Gestühl reflektiert zentrale Fragen der Ausformung des Glaubens in der jeweiligen Konfession. Dann gibt es innerhalb und außerhalb der Theologie eine Vielzahl von weniger klaren Bedeutungen dieses Wortes. Nennt man die Sprengung einer Kirche ein Symbol, handelt es sich eher um eine der unklareren Wortbedeutungen.

Etwas 'Bedeutendes' geschah, als der Turm in sich zusammenstürzte. Scheitern, Abschied nehmen müssen von Vertrautem, von Denkgewohnheiten, zum Beispiel über die christliche Gemeinde, deren Irrtümlichkeit man einsehen lernen muß, wenn sie der Geschichte nicht standhalten?

Bild 2

Herbst 1965, das neugebaute Gemeinde-haus und gegenüber - die Kirche hinter der Mauer.