Gedenken an Sprengung

06.01.2017

Gedenken an Sprengung

Vor 32 Jahren: Versöhnungskirche wird im Todesstreifen der Mauer gesprengt

 

 

 

So 22.1.2017, 10.00 Uhr

GOTTESDIENST im Gemeinderaum,  Bernauer Straße 4, 13355 Berlin

(Eingang hinter dem Dokumentationszentrum).

 

Im Gottesdienst der Versöhnungsgemeinde wird am Sonntag, dem 22. Januar 2017 um 10 Uhr der Sprengung der ev. Versöhnungskirche vor 32 Jahren gedacht.

 

 

ZUM HINTERGRUND:
Am 22. Januar 1985 (das Kirchenschiff) und am 28. Januar 1985 (der Turm) wurde die neugotische Kirche auf Befehl der DDR-Regierung gesprengt. Vorausgegangen waren siebenjährige Verhandlungen des Ostberliner Magistrates, der die alte Kirche abreißen wollte. Seit August 1961 war ihr Turm zum weitaufragenden anklagenden Symbol der deutschen Teilung geworden. Weil sich das Gotteshaus zwar auf Ostberliner Gebiet, jedoch im Besitz unserer Westberliner Versöhnungsgemeinde befand, ließ sich das Gebäude nicht einfach beseitigen. Erst als der Gemeindekirchenrat der Versöhnungsgemeinde 1983 auf Bitten der Konsistorien in Ost und West der Preisgabe seiner Kirche zustimmte, wurde das Vorhaben konkreter. Hintergrund war ein mit dem Ostberliner Magistrat ausgehandelter notarieller Gebietstausch. Für das an die DDR verkaufte Grundstück, auf dem einst die Versöhnungskirche stand, wurde im Ostberliner Neubaugebiet Hohenschönhausen ein Gemeindezentrum errichtet und 1988 eingeweiht.
 
1995 bekam die Versöhnungsgemeinde ihr Grundstück zurück übertragen, mit der Auflage, diesen Ort erneut sakral zu nutzen. Auf den Fundamenten der alten Kirche wurde aus Lehm und beigemischtem Schutt der gesprengten Kirche die „Kapelle der Versöhnung“ errichtet und 2000 eingeweiht. Die Kapelle wurde zunehmend zum Mittelpunkt der Gemeindeaktivitäten, mit den Jahren fanden sich auch mehr und mehr Besucher ein. Heute hat sich eine große Gruppe ehrenamtlicher Kirchenhüter gefunden, die in drei Schichten täglich einheimische und internationale Besucher der Kapelle willkommen heißen. Zwischen 1.500 und 2.000 Menschen besuchen jeden Tag das kleine Gotteshaus.
 

Herzliche Einladung!                                                                       Thomas Jeutner, Pfarrer

 

Fotoserien zu der Meldung


Eva Schwarz-Winde (21.01.2016)

Zwei 1966 entstandene Ölgemälde
der Künstlerin Eva Schwarz-Winde (Hamburg).
Die Motive von der Bernauer Straße (vgl. Abbildungen) zeigen sowohl die seit 1961 im Todesstreifen der Berliner Mauer unzugängliche Versöhnungskirche, als auch alte Weddinger Arbeiterwohnhäuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Beide von der Malerin dargestellten Gebäudekomplexe, in Ost- wie in Westberlin, sind in den 70er und 80er Jahren den Abrissvorhaben der jeweiligen Systeme zum Opfer gefallen. Die beiden Ölgemälde nebeneinander befinden sich als Zeitzeugen hüben und drüben wie in einem Dialog – über die Berliner Mauer hinweg. Die Bilder sind im Original im Stadtmuseum Berlin (Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins) zu sehen.