WEIHNACHTSSPIELE in der Kapelle der Versöhnung

14.11.2017

Weihnachtspiele

in der Kapelle der Versöhnung

gespielt von der

„Berliner Spielkumpanai der Oberuferer Weihnachtspiele“

Eintritt frei! / warm anziehen, die Kapelle ist unbeheizt!

 

 

 

 

 

 

 

 

SONNABEND 16. Dezember 16.00 Uhr
PARADEIS-SPIEL
geeignet für Kinder ab 6 Jahre

aufgeführt von der Berliner Spielkumpanai der Oberuferer Weihnachtspiele

                                                      

SONNTAG 17. Dezember 3. Advent 16.00 Uhr
CHRISTGEBURT-SPIEL

aufgeführt von der Berliner Spielkumpanai der Oberuferer Weihnachtspiele

 

SONNTAG 08. Januar 2016  16.00 Uhr
DREI-KÖNIGS-SPIEL
geeignet für Kinder ab 9 Jahre

aufgeführt von der Berliner Spielkumpanai der Oberuferer Weihnachtspiele

Oberuferer Weihnachtsspiel

 

 

In dem abgelegenen Örtchen Oberufer, im damaligen Westungarn haben deutsche Kolonisten

jedes Jahr zur Weihnachtszeit diese volkstümlichen Spiele einstudiert und in ihrer Mundart in

der umliegenden Gegend aufgeführt. In den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts lernte Julius Schröer, Professor für Literaturgeschichte in Wien, diese Spiele kennen und berichtete seinem damaligen Schüler und Freund Rudolf Steiner von diesem Volksgut.

1910 fand die erste Aufführung dieser Spiele unter Leitung Dr. Rudolf Steiners in Berlin statt.

Die Berliner Spiel kumpanei führt diese Spiele nunmehr seit über 100 Jahren in der

überlieferten Form und Sprache auf.

Jedes Jahr, wenn der Sommer sich seinem Ende zuneigt, finden wir zusammen um uns auf die

Spiele vorzubereiten. Wir sprechen über die Besetzung der Rollen, der Klavierbegleitung, der

Beleuchtung, der Kostümpflege und über das, was noch so alles dazugehört.

 

Einige von uns spielen in 2 oder sogar in allen 3 Spielen mit. Durch diesen großen Einsatz ist

es uns möglich, jedes Jahr wieder die Spiele aufführen zu können. Wir spielen dort, wo wir

erwünscht sind. Wir leisten es gerne, weil wir es wichtig finden, die tiefen Wahrheiten der

Spiele in die Welt zu tragen.

 

Paradeis-Spiel: Die Vertreibung aus dem Paradies durch die Luziferische Verführung.

Christgeburt-Spiel: Die Geburt des Jesus von Nazareth, der leiblichen Hülle als

Vorbereitung der Menschwerdung des Christus, unseres Schöpfergottes, den Ich-Bringer für

alle Menschen. Da, wo die Lüge, die Gier oder die Täuschung lebt (wird durch die 3 Wirte

dargestellt) ist für das Kindlein kein Platz, es muss in den Stall, dort kann das Neue keimen.

Dreikönig-Spiel: Hier werden wir mit der Ahrimanischen Verführung konfrontiert. Herodes

ringt zwar, erkennt aber nicht und folgt der Aufforderung zum Kindesmord. Aber der

Hauptmann spricht: " ... den neugeborenen Keni han wir nit g'funden .... " Das Kindlein, 'unser Christus-Ich ist nicht zu töten. Wie aber finden wir zu ihm? König Melchior: "Hier san zwen Weg, welch's ist der recht? Der Stern zeigt uns den Weg.

 

Viele Fragen, die durch die Spiele aufgeworfen werden, bewegen uns. Wir sind

dankbar, mitspielen zu dürfen und würden auch Ihnen gerne die Möglichkeit dazu geben.

 

Sprechen Sie uns an:

Magdalena Bostanjoglo - Spielleiterin -

Marlies Kujawa - Mitspielerin -

 

 

 

Das Oberuferer Paradeis- und Christgeburt- und Drei-Königs-Spiel

In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte der österreichische Germanist Karl Julius Schroer Weihnachtspiele, die neben dem Christgeburt-Spiel noch ein Paradeis- und Dreikönig-Spiel umfassen in dem abgelegenen Ort Oberufer  bei Preßburg kennengelernt und 1858 in dem Buch "Deutsche Weihnachtspiele aus Ungarn" beschrieben.

Das Oberuferer Paradeis- und Weihnachtspiel (Christgeburt-Spiel) und Drei-Königs-Spiel geht auf Haidbauern zurück, deutsche Kolonisten aus dem Bodensee-Raum, die im 16. oder zu Anfang des 17. Jahrhunderts in diese damals gänzlich protestantische Gegend einwanderten. Einzelne Quellen der Spiele lassen sich bis zu Hans Sachs zurückverfolgen. Bis heute gibt es in Ungarn auf solche Weise entstandene Sprachinseln. Das dort gesprochene "Do­nauschwabendeutsch" ist für uns gerade noch zu verstehen. Die Bewohner dieser Sprachinsel haben ihre Stücke jedes Jahr um die Weih­nachtszeit in alter Weise wieder aufgeführt. Die Sprache der Spiele konnte sich so - über die Jahr­hunderte kaum verändert - erhalten. Die Bilder der Spiele sind aber so allgemeingültig, daß sie auch ohne Kenntnis der deut­schen Sprache aufgefaßt werden können und ihr Inhalt verstanden wird. Es sind in ihnen Perlen des deutschen Volksschauspieles aus einer Zeit vor der Entstehung des moder­nen Theaters.

"Die Spiele dauern vom ersten Advent bis Heilige Dreikönige. Die Stücke werden von einer ange­sehenen Familie des Ortes bewahrt und als heiliges Gut von Generation auf Generation übergeben. Das älteste Familienmitglied war der Lehrmeister. Er suchte sich jedes Jahr, wenn die Weinlese vorüber war, aus den Burschen des Ortes diejenigen aus, die er als Spieler für geeignet hielt. Ihnen brachte er das Spiel bei und sie mußten sich während der Lehrzeit eines Lebenswandels befleißigen, der dem Ernst der Sache angemessen war. Sie mußten sich treulich allem fügen, was der Lehrmeis­ter verordnete. Wenn die Zeit zum Einüben gekommen war, wurde abgeschrieben, gelernt, gesun­gen; Tag und Nacht. An allen Sonn- und Feiertagen wird gespielt; jeden Mittwoch ist eine Auffüh­rung zur Übung. Im Dorf wurde dann keine Musik geduldet. An den übrigen Werktagen ziehen die Spieler über Land auf benachbarte Dörfer, wo dann gespielt wird. Wenn die Spieler über Land gin­gen, um in einem benachbarten Ort zu spielen, und es war Musik da, zogen sie weiter. (Als man ih­nen zu Ehren in einem Orte einmal die Dorfmusikanten aufspielen ließ, fragten sie entrüstet: ob man sie für Kommödianten halte?)". Die konfessionelle Zugehörigkeit bildete keine Grenze für die Be­teiligung, Katholiken und Protes­tanten nahmen gleichen Anteil bei der Darstellung, wie auch auf den Zuschauerplätzen.